Alarmierend: In Bayern werden immer weniger Wohnungen gebaut
Dass es immer mehr Single-Haushalte gibt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Ebenso, dass die Lebenserwartung stetig steigt. Das hat zur Folge: Die Zahl kleinerer Haushalte wächst auch im Seniorenalter rasant an. In Bayern gibt es damit immer mehr Privathaushalte – und: Es werden immer mehr Wohnungen benötigt, um diesen Bedarf zu decken. Insbesondere in den Regionen rund um München, Ingolstadt, Nürnberg, Augsburg und Regensburg rechnet das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mit überdurchschnittlichen Zuwachsraten der Bevölkerung. Und damit natürlich auch mit dem Anstieg der Wohnungsnachfrage.
Schon heute kommt es aber in den Wachstumsregionen Bayerns zu erheblichen Wohnungsengpässen. Das machen die steigenden Mieten mehr als deutlich. Die bayerischen Großstädte trifft die Entwicklung besonders hart – und es könnte noch schlimmer kommen.
Geradezu alarmierend wirkt in diesem Zusammenhang die Zahl der Baufertigstellungen in Bayern. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 31.773 Wohnungen fertig gestellt. Das sind 6.560 Wohnungen oder sage und schreibe 17 % weniger als noch ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: 1994 waren es noch mehr als 113.000 Wohneinheiten.
Auch die Zahl der Baugenehmigungen ging zurück. Im Jahr 2008 lag diese bei 30.728, das entspricht einem Rückgang von 3,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Und der Trend setzt sich fort: Auch das erste Quartal 2009 hat zurückgehende Zahlen zu verzeichnen, meldet das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Insgesamt wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 etwa 6.609 Wohnungen genehmigt und damit 4,0 % weniger als im Vorjahreszeitraum.
Einzig München scheint sich dem Negativtrend zu entziehen: In der Landeshauptstadt stieg die Zahl der Baugenehmigungen 2008 deutlich an. Im Vergleich zum Vorjahr wurden hier etwa 20,7 % mehr Wohnungen genehmigt als noch im Vorjahreszeitraum. Auch die Münchner Baufertigstellungszahlen gingen 2008 nach oben – um 10,7 %.
